Piriformis-Syndrom: Linderung bei Gesäß- und Beinschmerzen durch einfache Maßnahmen


Tief im Gesäß verläuft ein kleiner, aber kräftiger Muskel – der Piriformis. Er spannt sich vom Kreuzbein, das den unteren Teil der Wirbelsäule in der Mitte des Beckens bildet, bis zum Oberschenkelknochen und liegt dabei direkt über dem Ischiasnerv.

Das Piriformis-Syndrom ist eine häufige Ursache für Gesäßschmerzen, die bis ins Bein ausstrahlen können. Der Piriformis-Muskel kann durch Überlastung oder Anspannung Druck auf den Ischiasnerv ausüben und dadurch unangenehme Beschwerden hervorrufen.

Betroffene berichten oft, dass das Sitzen – vor allem auf harten Oberflächen – unangenehm ist oder dass das Bein taub oder kribbelig wird. Dieser Schmerz wird oft mit dem bekannten „Ischias-Schmerz“ verwechselt, ist jedoch eine andere, aber häufig ebenso schmerzhafte Erscheinung.

Was hilft beim Piriformis-Syndrom?
Bewegung statt Schonung: Auch wenn das Sitzen unangenehm ist, ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen, um die Durchblutung zu fördern und Verspannungen zu lösen. Leichte Spaziergänge und sanfte Mobilisation der Hüfte helfen, den Druck vom Ischiasnerv zu nehmen.

Gezielte Kräftigung der Gesäßmuskulatur: Der Piriformis-Muskel ist nur einer von mehreren Muskeln im Gesäßbereich, die miteinander arbeiten. Durch das gezielte Kräftigen der Gesäß- und Hüftmuskulatur kann die Belastung auf den Piriformis reduziert werden.

Dynamisches Sitzen und Stehen: Langes Sitzen auf einem harten Stuhl verstärkt den Druck auf den Piriformis. Wechsle regelmäßig die Position und stehe zwischendurch auf, um den Druck zu verringern.

Wärmebehandlung: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad können helfen, die Muskulatur im Gesäßbereich zu entspannen und Verspannungen zu lösen.

Stressmanagement: Stress und hohe Anspannung können die Muskulatur zusätzlich belasten. Entspannungstechniken wie tiefes Atmen oder Yoga können hilfreich sein, um die muskuläre Spannung zu reduzieren.

Das Piriformis-Syndrom ist in der Regel gut behandelbar. Wichtig ist es, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und den Rücken sowie die Hüftmuskulatur regelmäßig zu stärken, um langfristig schmerzfrei zu bleiben.
 

Übungen zur Stärkung der Hüftmuskulatur


Bridging

Für die heutige Übung lege dich auf dein Bett oder den Fussboden und dreh dich auf den Rücken. Hebe langsam dein Becken an und halte diese Spannung für 15 Sekunden. Senke dann das Becken wieder ab.

Wenn nach 10 Wiederholungen kein Schmerz auftritt, dann erweitere die Übung: Halte das Becken angehoben und hebe ein Bein vom Boden ab. Strecke es lang aus und setze es wieder neben das andere Bein. Führe nun die Übung mit dem anderem Bein durch. Lass dabei dein Becken die ganze Zeit angehoben. Wiederhole diese Übung 5 mal für jedes Bein.

Hierbei wird die Gesäß und die untere Rückenmuskulatur besonders aktiviert. Führe  diese Übung 3 mal täglich durch.
 

Halbe Kniebeuge (mehrmals täglich)


Stell Dich bequem aber aufrecht hin und beuge die Knie leicht, so dass eine leichte Spannung in beiden Oberschenkeln spürbar ist. Verstärke nun die Beugung in den Knien bis maximal 90 Grad und achte darauf, dass der Oberkörper aufrecht bleibt. Anschließend beide Beine wieder soweit strecken, dass die Knie leicht gebeugt bleiben. Den Wechsel zwischen leichter und stärkeren Beugung solltest Du 1 Minute durchführen.